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Neues Maklerrecht ab 2020!

Neue Provisionsregeln für Immobilienmakler ab 2020

Lange wurde diskutiert, wer beim Verkauf einer Immobilie den Immobilienvermittler / Makler zahlt.

Der Bundestag hat letztes Jahr ein Gesetz beschlossen, das nicht nur vorschreibt, wer künftig die Maklercourtage zu tragen hat, sondern auch, wie der Nachweis über ein korrektes Zahlverhalten geführt werden muss. 

Nachdem auch der Bundesrat dem Gesetz zugestimmt hat, kann es nach einer Übergangsfrist von sechs Monaten spätestens Anfang dieses Jahres in Kraft treten. Damit ist das sogenannte Bestellerprinzip – es zahlt, wer Makler oder Maklerin beauftragt – bundesweit für Immobilienverkäufe vom Tisch. Denn die Neuregelung / Teilung der Provision senkt die Nebenkosten beim Erwerb einer Immobilie erheblich.

Die Regierungsparteien haben hart um ein Procedere gerungen, mit dem sich nachweisen lässt, dass die Provision auch wirklich hälftig zwischen beiden Vertragsparteien geteilt wird.
Im Rechtsausschuss konnten sich die Parteien auf folgenden Kompromiss einigen: Wenn der oder die Verkaufende aus triftigem Grund per Überweisungsbeleg die Zahlung an den Makler belegen kann, könne auch der Makler selbst gegenüber dem Käufer nachweisen, dass er vom Verkäufer dessen Anteil an der Provision erhalten habe. Geeignet wäre etwa die Vorlage eines Kontoauszugs, aus dem sich der Geldeingang ergibt. Erst nachdem der Nachweis vorliegt, muss der Käufer seinen Anteil zahlen.

Die Zeitenwende im Maklerwesen

Wer eine Immobilie kauft, muss ab sofort nur maximal die Hälfte der Maklercourtage übernehmen. Das Gesetz, trat am 23. Dezember 2020 in Kraft.

Bisher übernahm oft der Käufer komplett die Maklerprovision, die sich je nach Bundesland unterscheidet und inklusive Mehrwertsteuer bis zu 7,14 Prozent des Kaufpreises beträgt. Weniger Maklerkosten entlasten Immobilienkäufer vor allem in Städten, wo Häuser und Wohnungen sehr teuer geworden sind. 

Von dem neuen Gesetz profitieren insbesondere Immobilienkäufer in Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg und Hessen. Hier trugen bisher die Käuferseite allein die Maklerkosten. In anderen Bundesländern, etwa Nordrhein-Westfalen oder Bayern, galt schon immer eine Teilung der Provision.

Tatsächlich ist es aber so, dass gerade in angespannten Märkten fast nur der Käufer zahlt, selbst wenn formal die Provision geteilt wird», sagt Michael Voigtländer, Immobilienexperte am Institut der deutschen Wirtschaft (IW). Nun habe der Verkäufer ein echtes Interesse, über die Courtage zu verhandeln, da sie auch ihn treffe.

Damit das Gesetz nicht umgangen wird, sind genaue Regeln vorgeschrieben. So muss der Käufer seinen Anteil erst dann überweisen, wenn der Verkäufer seine Zahlung nachgewiesen hat. Damit soll es künftig nicht mehr möglich sein, dass Verkäufer die volle Provision auf den Käufer abwälzen, heißt es im Beschluss des Bundesrats. Neu ist auch, dass für Maklerverträge über Häuser und Wohnungen künftig die Schriftform vorgeschrieben ist, um Unklarheiten im Vorwege zu vermeiden.

Für eine Entlastung von Immobilienkäufern hatte sich die SPD eingesetzt, um den Erwerb von Wohneigentum zu erleichtern. Hier liegt Deutschland im europäischen Vergleich weit zurück. Die SPD wollte ursprünglich ein Bestellerprinzip, wie es auf dem Mietmarkt seit 2015 gilt: Wer den Makler beauftragt, solle dafür zahlen. Doch damit stießen die Sozialdemokraten auf Widerstand der Union. Am Ende entstand mit den geteilten Provisionen ein Kompromiss.

Reaktionen: 

Weniger Kaufnebenkosten seien zu begrüßen, meint der Baufinanzierer Interhyp. Kaufnebenkosten sind ein wesentlicher Kostenblock beim Immobilienerwerb, sagte Mirjam Mohr, Vorständin für das Privatkundengeschäft bei Interhyp. So verlangten Banken in der Regel, dass Käufer mindestens die Nebenkosten mit Eigenkapital finanzieren. Maklerprovision, Grunderwerbsteuer und Notargebühren können in Summe aber schon eine hohe Hürde für Käufer sein.

Der Immobilienverband IVD, der unter anderem Makler vertritt, bezeichnete die Neuregelung als «Zeitenwende». Viele Makler müssten ihr Geschäftsmodell umstellen, sagte IVD-Präsident Michael Schick. Das werde in der Corona-Krise nicht leicht. Das neue Gesetz werde die Immobilienpreise nicht direkt beeinflussen, könne aber Transparenz und Professionalisierung der Maklerbranche fördern.

Dennoch übt der Verband Kritik: Die Politik ziele bei der Diskussion um die Erwerbnebenkosten «zu sehr» auf die Maklerprovision, monierte Schick. Die Politik müsse ihre Hausaufgaben machen und etwa die Grunderwerbsteuer senken sowie das Baukindergeld entfristen. «Ansonsten sind die Lippenbekenntnisse zur Förderung von Wohneigentum nichts anderes als eine Abwälzung auf Dritte.

Unsere Anmerkung: 

Vermutlich werden viele Maklerunternehmen ihr Geschäftsmodell umstellen müssen. Insbesondere Immobilienfirmen die Ihren Schwerpunkt auf die Onlinevermittlung im großen Still setzen, werden vermutlich die großen Verlierer dieser Neuregelung sein. Unserer Meinung nach werden auf der anderen Seite, die ortsansässige bekannte Maklerunternehmen hierdurch gestärkt hervorgehen. Zusammengefasst gehen wir von einer erheblich Reduzierung von derzeit ungefähr 70.000 bis 80.000 Makler / Maklerunternehmen auf das übliche, normale Maß von wieder 50.000 oder weniger bundesweit aus.

Weitere Informationen erfolgen demnächst über unseren neuen Informationskanal.


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